Zurück zur Startseite!


Heimat / Innen
Artonagen / Positionen
Analogien
Protocollagen
Voyagen
Frottagen
Montagen
Welt / Au├čen
Impressum/Kontakt
Datenschutz



Architektur des Alltags - Ankauf


Was hat uns zum Ankauf des Werkes "Architektur des Alltags" von Christian Hof bewogen:

Christian Hof wohnt seit 2004 bei der Baugenossenschaft Kempten in der Keselstraße 57. Der Grundriss- Plan seiner Wohnung ist die Grundlage der von ihm gestalteten Arbeit "Architektur des Alltags". Über 21 Tage vermerkte Christian Hof jeweils in einer eigenen Kopie, was er wann und wo in seiner Wohnung verrichtet hat. So ergibt sich in einundzwanzig Bildern eine dreiwöchige Skizze aus dem Leben eines Menschen in seiner Wohnung. Das Werk symbolisiert - reduziert auf das Wesentliche - Leben in der Wohnung. Der technische Grundriss, der vor fünfzig Jahren von Handwerkern in reale Mauern umgesetzt wurde, wird um die Komponente Mensch erweitert. Zum Vorschein kommt die Wohnung in ihrer ursprünglichen Form als Lebens- Raum. Einblicke in die Privatsphäre dieses Menschen sind möglich und machen die Mauern transparent. Der Blick durchs Schlüsselloch erregt das Interesse des Betrachters und zwingt ihn zur Auseinandersetzung mit Plan und Inhalt.

Passt sich der Mensch der Wohnung an oder die Wohnung dem Menschen? Ist die Wohnung der Rückzugsbereich für den Menschen in der er Normalität erleben kann oder nur das Werk eines Architekten? Ist sie nur ein warmer, trockener Aufenthaltsbereich oder ein Ort des Wohlfühlens an dem er Ruhe, Geborgenheit und neue Kraft findet? Beim genauen Hinschauen erkennt der Betrachter: Die Wohnung ist ein Raum zum Leben und kein Aufenthaltsraum.

"Architektur des Alltags", zwanzig Tage in zwanzig "Raumportokollen" ist der Öffentlichkeit im Büro der Baugenossenschaft Kempten eG, Allgäuer Straße 1a in Kempten, zugänglich. Das "Raumprotokoll" des ersten Tages hängt in den Räumen der Geschäftsleitung. Hier liegt der Anfang und die erste Entscheidung, dass eine Wohnung gebaut, gekauft oder saniert wird. Hier darf schon im Ursprung nicht vergessen werden, was wohnen als eines der zentralen Bedürfnisse des Menschen für diesen bedeutet: Einen Ort zum Leben, an dem man sich gerne aufhält und zu dem man immer wieder gerne zurückkommt.

Manfred Freisinger, [bis 2010 Vorstand der BAUGENOSSENSCHAFT KEMPTEN E.G.]


"Architektur des Alltags"
2006 [06-01; 20-teilig]
gerahmte Raumprotokolle
Fotokopien / Fotoabzug

kaschiert auf MDF

Architektur des Alltags